fasnet35_1Es war einmal…

Die Fasnet in Karsee hatte schon sehr früh ihren Ursprung. Man feierte die fünfte Jahreszeit zwar nicht in der Art und
Weise wie heute, jedoch lassen sich aus Erzählungen und Andenken einige Gemeinsamkeiten ausmachen:

Im Jahr 1935 lag der Schnee einen halben Meter hoch und es war kalt. Zwei Wochen zuvor hatte man sich beim
„hinteren Wirt“ im Gasthaus Drei König ( diese Gaststätte gibt es heute nicht mehr) getroffen. Bei Most, Bier
und Schnaps am
warmen Kachelofen in der Gaststube, war den Vätern, Großvätern und Urgroßvätern der heutigen Karseeer Narren ein
Gedanke gekommen: Die Welt ist im Umbruch, die Nazis sind seit zwei Jahren an der Macht, überall sind Uniformen auf
den Straßen. Weshalb sollen wir keinen Spaß mehr haben? So entstand 1935, aus einer Bierlaune heraus, der erste
Fasnetsumzug in Karsee. Man besprach, diskutierte und plante – bis binnen kürzester Zeit ein Umzug auf die Beine
gestellt wurde, an welchem 57 Narren teilnahmen. Als Termin wurde der 4. März 1935 festgelegt…

… es war mitten in der Hochfasnet, ein klarer Tag. Der eine kam als Polizist, der andere als Harlekin, Clown,
Handwerksbursch, Strohbär. Die beste Verkleidung hatte jedoch der alte Unteregger: er kam als Zigeuner. Wie ein
echter Zigeuner kam er auch mit Pferd und Planwagen. Damit möglichst viele Leute von der Freude und ausgelassenen
Stimmung angesteckt werden konnten, führte der Umzug auch auf die Gehöfte außerhalb des Dorfes: Jeder sollte Spaß
an der Fasnet haben und für einen kurzen Moment in eine andere Welt, vielleicht mit weniger Sorgen und Ängsten,
abtauchen.

So wurde gescherzt und gelacht, man bediente sich an Essen und Trinken. Nach dem man sich zum Gruppenfoto
aufgestellt hatte, und vom Dorffotografen Brestel abgelichtet worden war, trafen sich alle wieder im Wirtshaus und
feierten die Fasnet 1935 ausgiebig bis in den frühen Morgen.

 

Back To Top