Der Schwede vom Birkenbühl ist eine authentische Figur aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Er entstammt der
Überlieferung, dass in der Nähe von Karsee, Brenner, im Schwedenkrieg eine Schlacht stattgefunden haben soll.
Um die Gefallenen zu begraben, nutzte man nach Beendigung der Kämpfe besagtes Schlachtfeld.

Noch heute pflückt aus diesem Grund niemand Beeren auf diesem historischen Gelände, um die Toten ja nicht zu
erzürnen. Der dreißigjährige Krieg, in welchem diese Schlacht stattgefunden haben soll, fand in den Jahren 1618
bis 1648 statt. Bei uns in Karsee, soll sich der Schwede etwa im Jahr 1633 befunden haben.

Die schwedischen Landsmänner kämpften auf äußerst brutale und rücksichtslose Weise, sie schreckten angesichts
ihrer prekären und oft hoffnungslosen Situation vor nichts zurück. Ihr Ruf eilte ihnen mancher Orts voraus und hinterließ
in der Bevölkerung Angst und Schrecken.

Ein badisches Kinderlied geht in seinen Versen näher auf diese Geschehnisse ein:

Der Schwed isch komme,
wird die Kindle beten lehrn
hot alles mit g‘nomme,
hot d’Fenster eig‘schlage,
und s’Blei d‘ vo‘trage, hot Kugle d’raus gosse, und d‘ Bauer dot g’schosse, bet Kindle bet,
jetz und kommt d’ Schwed
jetz und kommt d‘ Ochsenstern.

Die kindlichen Reime dieses Liedes, untermauern die bisher geschilderten Ansichten unter den Bewohnern.

Das historische Häs des Schweden von Birkenbühl, welches ausschließlich dem Zunftrat vorbehalten ist,
soll an die vielen gefallenen Schweden erinnern, die fern ihrer Heimat und ihrer Frauen, in fremder Erde
begraben liegen.

In der mündlichen Überlieferung nennt man diese Wiese heute noch „Totenloch“.
In der offiziellen Flurkarte von 1885 wird von der „Birkenwiese“, (heute Birkenbühl) gesprochen. Die schnell wachsende
Birke stand mit Erhabenheit auf diesem Mahnmal unserer Heimat. Über Jahrhunderte hat sie dazu beigetragen, die
Ereignisse aus dem Mittelalter nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Birken, die früher auf dem Schlachtfeld
standen und der letzten Ruhestätte der Gefallenen ihren Namen gaben, stehen heute leider nicht mehr. Vielleicht könnte
man sonst noch aus dem Blätterrauschen den Kinderreim erahnen.

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